B196 Führerschein: Motorrad fahren ohne Prüfung
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B196 Führerschein: Motorrad fahren ohne Prüfung

Aktualisiert: 11. April 2026 10 Min. Lesezeit
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Dominik Weber Gründer & Chefredakteur

Seit über 15 Jahren auf zwei Rädern unterwegs. Erfahrener Biker und Technik-Enthusiast. Fährt eine KTM 890 Adventure, Triumph Tiger 800 XCA und aktuell eine KTM 690 SMCR. Schreibt aus Leidenschaft – und weil er es hasst, wenn Affiliate-Seiten den Lesern keinen echten Mehrwert bieten.

Seit ich vor über 15 Jahren meinen Motorradführerschein gemacht habe, habe ich unzählige Gespräche mit Menschen geführt, die gerne Motorrad fahren würden, aber vor dem Aufwand und den Kosten eines vollständigen Führerscheins zurückschrecken. Seit 2020 gibt es dafür eine Lösung: die B196-Erweiterung. Mit dieser Schlüsselzahl im Autoführerschein kannst du Motorräder bis 125 cm³ fahren — ohne Prüfung, ohne theoretische Prüfung, ohne den gesamten Führerschein-Lehrgang.

In diesem Artikel erkläre ich dir alles, was du über die B196 wissen musst: die Voraussetzungen, die Kosten, den genauen Ablauf und welche Motorräder dich auf der Straße erwarten. Denn so verlockend das Angebot klingt, es gibt einige wichtige Details, die du vor dem Start beachten solltest.

Was ist die B196-Erweiterung?

Die B196 ist eine nationale Schlüsselzahl, die in deinen bestehenden Führerschein der Klasse B (Auto) eingetragen wird. Mit diesem Eintrag darfst du Motorräder mit einem Hubraum von maximal 125 cm³ und einer Motorleistung von höchstens 11 kW (15 PS) fahren. Das klingt nach wenig, aber moderne 125er sind erstaunlich flotte und wendige Maschinen, die besonders im Stadtverkehr und auf Landstraßen enormen Spaß machen.

Wichtig: Du benötigst die B196 nicht, wenn du bereits einen Führerschein der Klasse A1, A2 oder A besitzt. In diesem Fall bist du ohnehin berechtigt, 125er-Motorräder zu fahren. Die B196 richtet sich ausschließlich an reine Autofahrer, die den Einstieg in die Zweiradwelt suchen.

Voraussetzungen für die B196

Bevor du dich aufmachst, musst du drei Voraussetzungen erfüllen:

1. Mindestalter 25 Jahre Du musst mindestens 25 Jahre alt sein. Diese Altersgrenze wurde eingeführt, um sicherzustellen, dass B196-Fahrer bereits über ausreichende Verkehrserfahrung aus dem Autofahren verfügen. Die Statistik zeigt, dass diese Altersgruppe deutlich weniger Unfälle verursacht als jüngere Fahranfänger.

2. Gültiger Führerschein der Klasse B Ein regulärer Autoführerschein muss vorhanden sein und gültig sein. Der Führerschein darf nicht auf Probe sein und darf keine relevanten Einträge im Verkehrszentralregister haben.

3. Fahrtraining für die Klasse A1 Hier kommt der wichtigste Teil: Du musst ein spezielles Fahrtraining absolvieren. Aber keine Sorge — es gibt keine Prüfung am Ende.

Das Fahrtraining im Detail

Das Fahrtraining ist der Kern der B196-Erweiterung und gleichzeitig das Element, das die meisten Kosten verursacht. Nach Anlage 7b Nummer 1 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) umfasst das Training:

  • 4 Unterrichtsstunden Theorie à 90 Minuten
  • 5 Unterrichtsstunden Praxis à 90 Minuten

Insgesamt also 9 Unterrichtsstunden. Das Training muss in einer zugelassenen Fahrschule durchgeführt werden, die über das entsprechende A1-Training verfügt.

Theorie (4 x 90 Minuten)

In den Theoriestunden lernst du die Grundlagen des Motorradfahrens: die richtige Bedienung von Kupplung, Schaltung und Bremse, die Physik des Zweirads, Besonderheiten im Verkehr und die spezifischen Risiken des Motorradfahrens. Auch Schutzausrüstung und ihre Bedeutung werden behandelt.

Wenn du bereits Auto fährst, wird dir vieles bekannt vorkommen. Die Theorie konzentriert sich auf die Unterschiede zwischen Auto und Motorrad — und davon gibt es erstaunlich viele.

Praxis (5 x 90 Minuten)

Die Praxisstunden finden auf einem 125er-Motorrad der Fahrschule statt. Du lernst das Anfahren, Schalten, Bremsen, Kurvenfahren und Slalom. Auch Langsamfahrübungen und das richtige Abstellen des Motorrads werden trainiert. Die Praxisstunden sind intensiv und fordernd, aber der Fahrlehrer geht individuell auf dein Tempo ein.

Keine Prüfung!

Das ist der entscheidende Unterschied zum regulären Motorradführerschein: Es gibt keine theoretische und keine praktische Prüfung. Nach Abschluss des Trainings erhältst du eine Teilnahmebescheinigung, die du bei der Führerscheinstelle vorlegen kannst. Das Training gilt als bestanden, wenn du alle Stunden absolviert hast.

Was kostet die B196-Erweiterung?

Die Kosten setzen sich aus zwei Komponenten zusammen:

PositionKosten (2026)
Fahrtraining (Theorie + Praxis)750 — 950 €
Verwaltungsgebühr Führerscheinstelle25 — 32 €
Passfoto (falls erforderlich)5 — 15 €
Gesamtca. 780 — 1.000 €

Die Preisspanne für das Fahrtraining variiert je nach Region und Fahrschule. In städtischen Gebieten tendieren die Preise nach oben, auf dem Land kannst du manchmal etwas günstiger wegkommen. Es lohnt sich, mehrere Fahrschulen zu vergleichen.

Im Vergleich zum regulären A1-Führerschein (ca. 1.500 — 2.500 €) oder dem vollen A-Führerschein (ca. 2.000 — 3.500 €) ist die B196-Erweiterung deutlich günstiger.

Der Antragsprozess Schritt für Schritt

Nach Abschluss des Fahrtrainings gibt es noch einen verwaltungstechnischen Teil zu erledigen. Hier der genaue Ablauf:

Schritt 1: Teilnahmebescheinigung erhalten Nach Abschluss aller 9 Unterrichtsstunden händigt dir die Fahrschule eine Teilnahmebescheinigung aus. Auf dieser Bestätigung ist das Datum des Abschlusses vermerkt — dieses Datum ist wichtig.

Schritt 2: Termin bei der Führerscheinstelle Vereinbare einen Termin bei der Führerscheinstelle deines Wohnorts. Wichtig: Du kannst den Eintrag nur bei der Behörde deines Hauptwohnsitzes beantragen. Mitnahme: Teilnahmebescheinigung, Personalausweis oder Reisepass, ein aktuelles Passfoto und dein Führerschein.

Schritt 3: Antrag ausfüllen Vor Ort füllst du ein Antragsformular aus, in dem du deine persönlichen Daten und Führerscheindaten einträgst. Der Antrag ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten.

Schritt 4: Eintragung und neue Führerscheinkarte Die Behörde trägt die Schlüsselzahl B196 in deinen Führerschein ein. Du erhältst eine neue Führerscheinkarte mit dem entsprechenden Eintrag.

Wichtige Frist: Du hast maximal ein Jahr Zeit zwischen dem Abschluss des Fahrtrainings und der Eintragung bei der Führerscheinstelle. Verstreicht diese Frist, verliert die Teilnahmebescheinigung ihre Gültigkeit und du musst das Training wiederholen.

Die besten 125er Motorräder für B196-Fahrer

Die Auswahl an 125er-Motorrädern ist größer als viele denken. Hier sind die Modelle, die ich besonders empfehle:

KTM Duke 125 (2026)

Die KTM Duke 125 ist der nackte Lightweight-Bike-König. Mit 15 PS aus ihrem 125-cm³-Motor ist sie das stärkste Motorrad in ihrer Klasse. Das geringe Gewicht von nur 139 kg trocken macht sie extrem wendig und leicht zu handhaben. Die riding position ist aufrecht und komfortabel, die Bremsen sind für diese Klasse hervorragend dimensioniert. Für B196-Fahrer, die sportlich unterwegs sein wollen, ist die Duke 125 die erste Wahl. Preis 2026: ca. 5.300€

Yamaha XSR 125 (2026)

Die Yamaha XSR 125 verbindet Retro-Look mit moderner Technik. Sie sieht aus wie ein klassisches Motorrad, bietet aber zuverlässige Yamaha-Technik, ABS und eine bequeme Sitzposition. Mit 14,7 PS und nur 134 kg ist sie flott und wendig. Besonders für Fahrer, die auf den stylischen Auftritt Wert legen, ist die XSR 125 eine tolle Option. Preis 2026: ca. 5.200€

Honda CB125R (2026)

Die Honda CB125R ist ein Naked Bike im Miniaturformat. Sie bietet eine hochwertige Verarbeitung, ein digitales Dashboard und eine herausragende Honda-Qualität. Mit 13 PS ist sie nicht die Stärkste in dieser Klasse, aber sie fährt sich angenehm linear und vorhersehbar — genau das, was Anfänger brauchen. Die Sitzhöhe von 816 mm ist moderat und für die meisten Fahrer gut erreichbar. Preis 2026: ca. 4.900€

Kawasaki Ninja 125

Wer schon immer mal eine Sportmaschine fahren wollte, aber nicht gleich 30.000 Euro für eine ZX-10R ausgeben möchte: Die Kawasaki Ninja 125 bietet den vollen Sportbike-Look in der 125er-Klasse. Mit ihrer Verkleidung, der sportlichen Sitzposition und den 15 PS ist sie ein echter Hingucker. Für die Landstraße und gelegentliche Ausflüge ist sie ideal.

Brixton Crossfire 125

Die Brixton Crossfire 125 ist der Scrambler unter den 125ern. Mit ihrem rustikalen Design, den drahtspeichenfelgen und der hohen Sitzposition spricht sie Fahrer an, die es etwas robuster mögen. Sie ist vielseitig einsetzbar und sieht auf der Landstraße genauso gut aus wie in der Stadt. Ein Geheimtipp für Individualisten.

Weitere empfehlenswerte Modelle

  • Benelli Leoncino 125: Retro-Scrambler mit italienischem Design
  • Aprilia RS 125: Sportbike mit futuristischem Design
  • KTM RC 125: Die vollverkleidete Variante der Duke
  • Kawasaki Z 125: Naked Bike mit aggressivem Design

Anerkennung im Ausland — Eine wichtige Einschränkung

Hier kommt die größte Einschränkung der B196: Sie ist ausschließlich in Deutschland gültig. Die B196 ist eine nationale Schlüsselnummer, die in anderen Ländern nicht anerkannt wird. Das bedeutet: Wenn du mit einem B196-Führerschein in Österreich, Italien oder Spanien auf ein 125er-Motorrad steigen willst, tust du das illegal.

Für Fahrten ins Ausland benötigst du einen regulären Führerschein der Klasse A1. Wenn du also vorhast, regelmäßig Motorradurlaube in den Alpen oder am Mittelmeer zu machen, solltest du überlegen, ob nicht doch der A1-Führerschein die bessere Wahl ist.

Versicherung einer 125er

Die Versicherungskosten für ein 125er-Motorrad hängen von mehreren Faktoren ab: deinem Alter, deinem Wohnort, der Motorleistung und der gewünschten Deckung. Als B196-Fahrer bist du erfahrungsgemäß über 25 Jahre alt, was dir bei den Versicherungsprämien zugutekommt.

  • Haftpflicht: ab ca. 80 — 150 € pro Jahr
  • Vollkasko: ca. 200 — 400 € pro Jahr
  • Teilkasko: ca. 120 — 250 € pro Jahr

Ich empfehle dir, die Angebote verschiedener Versicherer zu vergleichen. Online-Vergleichsportale helfen dir dabei, den besten Tarif für deine Situation zu finden.

Aufstiegsmöglichkeiten

Eine häufig gestellte Frage ist, ob die B196-Erweiterung einen vereinfachten Aufstieg zu den Klassen A2 oder A ermöglicht. Die Antwort lautet leider: Nein. Die B196 bietet keinen vereinfachten Übergang zu höheren Führerscheinklassen.

Wenn du später stärkere Motorräder fahren möchtest, musst du den vollständigen Motorradführerschein (A2 oder A) machen — inklusive aller Theorie- und Praxisstunden sowie der entsprechenden Prüfungen. Die B196 ist also ein in sich geschlossenes System: Sie ermöglicht dir das Fahren von 125ern, bietet aber keine Abkürzungen für mehr.

Demografie: Wer nutzt die B196?

Die B196-Erweiterung ist beliebt. Etwa 75 Prozent der B196-Inhaber sind Männer zwischen 45 und 60 Jahren. Das ist wenig überraschend: Diese Altersgruppe hat oft den Führerschein schon seit Jahrzehnten, die Kinder sind aus dem Haus, und die Sehnsucht nach dem Gefühl von Freiheit auf zwei Rädern wächst. Die B196 bietet genau diesen Einstieg — ohne den Zeit- und Kostenaufwand eines vollständigen Führerscheins.

Aber auch jüngere Fahrer ab 25 Jahren entdecken die B196 zunehmend. Besonders in Städten, wo ein 125er-Motorrad eine praktische Alternative zum Auto oder zur Straßenbahn sein kann.

Meine persönliche Einschätzung

Nach über 15 Jahren auf zwei Rädern und unzähligen Gesprächen mit B196-Fahrern bin ich von diesem Konzept überzeugt. Es senkt die Einstiegshürde für das Motorradfahren erheblich, ohne die Sicherheit zu gefährden. Das Pflicht-Training vermittelt die wichtigsten Grundlagen, und die Altersbeschränkung sorgt dafür, dass nur Verkehrserfahrene davon profitieren.

Allerdings rate ich jedem B196-Einsteiger zu einer zusätzlichen freiwilligen Übungsstunde oder einem Fahrsicherheitstraining. Die 9 Unterrichtsstunden vermitteln die Basics, aber Motorradfahren ist eine Fähigkeit, die man über Jahre verfeinert. Ein Sicherheitstraining kann hier wertvolle Additional-Impulse geben — und macht auch nach 15 Jahren Fahrpraxis noch Sinn, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Wenn du dich für die richtige Ausrüstung interessierst, schau dir unseren Bekleidungs-Guide für Einsteiger an. Unsere Übersicht der 5 besten Motorräder für Anfänger hilft dir bei der Modellwahl. Und wenn du wissen möchtest, wie du dein Motorrad am besten pflegst, hilft dir unser Artikel zur Motorrad-Wartung zum Selbermachen.

Fazit

Die B196-Erweiterung ist eine hervorragende Möglichkeit für Autofahrer, den Einstieg in die Motorradwelt zu finden. Mit rund 750 bis 940 Euro Gesamtkosten, 9 Unterrichtsstunden und ohne Prüfung ist die Hürde deutlich niedriger als bei einem vollständigen Motorradführerschein. Die Einschränkung auf 125 cm³ und die nationale Gültigkeit sind Abstriche, die man kennen muss — aber für den deutschen Alltags- und Wochenendbetrieb reicht die B196 völlig aus.

Die Auswahl an modernen 125er-Motorrädern ist vielfältig und attraktiv. Von der sportlichen KTM Duke über die stilvolle Yamaha XSR bis zur rustikalen Brixton Crossfire — es gibt für jeden Geschmack das passende Motorrad. Wenn du schon immer mal Motorrad fahren wolltest, ist die B196-Erweiterung der ideale erste Schritt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist die B196-Führerscheinerweiterung?

Die B196 ist eine Schlüsselzahl im Führerschein, die es Inhabern der Klasse B erlaubt, Motorräder bis 125 cm³ zu fahren. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 25 Jahren, ein gültiger Autoführerschein und ein abgeschlossenes Fahrtraining.

Kostet die B196-Erweiterung etwas?

Die Kosten für das erforderliche Fahrtraining liegen bei etwa 700 bis 900 Euro. Die Verwaltungsgebühr bei der Führerscheinstelle beträgt 23 bis 29 Euro. Insgesamt solltest du mit rund 750 bis 950 Euro rechnen.

Gilt die B196 auch im Ausland?

Nein, die B196 ist eine nationale Regelung und wird nur innerhalb Deutschlands anerkannt. Für Fahrten ins Ausland benötigst du einen regulären A1-Führerschein.

Welche Motorräder darf ich mit B196 fahren?

Motorräder mit einem Hubraum von maximal 125 cm³ und einer Motorleistung von höchstens 11 kW. Beliebte Modelle sind die KTM Duke 125, Yamaha XSR 125 und Honda CB125R.

Kann ich später auf A2 oder A aufsteigen?

Nein, die B196 bietet keinen vereinfachten Aufstieg. Für A2 oder A musst du den vollständigen Motorradführerschein machen, inklusive Theorie- und Praxisprüfung.

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